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Zenithia Trilogie: Yuji Horii im Interview

30 Sep 2008

Dragon Quest MastermindEin weiteres Interview mit dem Dragon Quest Erfinder und kreativem Kopf hinter der Serie: Yuji Horii. Die Leute bei RPGamer hatten das Glück ihn für ein kurzes Interview von seiner Arbeit mit Armor Studio und Level-5 an Dragon Quest IX abzulenken und ihn über die Remakes der Zenithia Trilogie (Dragon Quest IV: Die Chronik der Erkorenen, Dragon Quest V: Hand of the Heavenly Bride, Dragon Quest VI: Realms of Reverie) zu befragen. Eine Übersetzung des Interviews bekommt ihr nun bei uns: Hallo! Danke dass Sie die Zeit finden mit uns zu plaudern. Zu Beginn möchten wir gerne fragen, was sie dazu bewogen hat, die Zenithia Trilogie für Nintendo DS neu aufzulegen? Horii: Auch wenn diese Titel bereits über 15 Jahre alt sind, ist die abwechslungsreiche Besetzung in Dragon Quest IV und die epische Geschichte in Dragon Quest V auch heute noch sehr bedeutsam. Ich denke, diese Remakes sind eine Gelegenheit für eine große Spieleranzahl diesen Reiz, den die Dragon Quest Reihe zu bieten hat, richtig zu erleben. Dragon Quest IV ist anscheinend ein Favorit unter den Fans. Als der Kopf hinter dieser Serie, was ist ihr Lieblingsaspekt dieses Titels? Horii: Das wäre die Interaktion mit den Charakteren, die ich schon eingangs erwähnt habe. Da die Spieler ihre Truppe in Dragon Quest III frei erstellen konnten, wollte ich in diesem Teil das Leben der einzelnen Charaktere näher beleuchten und erforschen. Diese Idee hat uns zu der kapitelbasierten Erzählweise geführt, die ihr in Dragon Quest IV seht. Gab es einige Änderungen oder Ergänzungen, die sie in einem Dragon Quest IV Remake sehen wollten, die sie aber aufgrund gewisser Umstände nicht einbringen konnten? Horii: Dragon Quest IV wurde schon für die PlayStation neu aufgelegt. Mit diesem Nintendo DS Remake konnte ich alle Ergänzugen und Änderungen durchführen, die ich für nötig gehalten hab. Im ursprünglichen Dragon Quest IV konnten die Spieler der Truppe (mit Ausnahme des Helden) keinen konkreten Kommandos mehr geben! Warum wurde diese Entscheidung ursprünglich getroffen, und was denken Sie über die Änderung in der DS Version? Horii: Wie ich bereits erwähnt habe, war das Leben und die Erfahrung der Charaktere eines der Hauptthemen in Dragon Quest IV. Wir wollten das Bild schaffen, dass die Verbündeten eigene Persönlichkeiten hatten und nicht unbedingt immer das machen, was der Spieler von ihnen will. Aber wenn dann Charaktere wie Kyrill anfangen ständig Wupp zu wirken, bekamen die Spieler einen sehr eingeschränkten Blick auf manche Mitglieder der Truppe. Es gab auch Anfragen von Spielern, dass die Party komplett kontrolliert werden soll, deswegen haben wir uns entschlossen, dieses im Remake zu implementieren. Welcher Dragon Quest IV Charakter ist ihr Favorit. Und warum? Horii: Das würde dann Maya sein (lacht). Die Idee von Zwillingen mit einem guten Zwilling und einem bösen Zwilling ist zwar etwas klischeehaft, allerdings glaub ich, dass wir das im Spiel ziemlich gut rübergebracht haben. Außerdem ist sie eine echte Schönheit. Und ich bin auch ein großer Fan der Kampfmusik in Kapitel 4! Dragon Quest V hat mit der Heirat ein sehr einzigartiges Feature. Was war die Inspiration dafür? Horii: Wir wollten dem Spieler eine Entscheidung überlassen über die er wirklich grübeln sollte. Wir haben uns eine Sache überlegt, in der Leute im echten Leben sehr sorgfältig ihre Entscheidungen treffen und sind dann auf die Heirat gekommen. Dragon Quest VI ist einzigartig in der Zenithia Reihe, da es das einzige der drei ist, welches ein Klassensystem beinhaltet. Welche Auswirkung hat dieses System auf das Spielerlebnis? Horii: Es hat das Kampfsystem um einiges ergiebiger gemacht. Dragon Quest IV hatte die Charaktere im Fokus, Dragon Quest V die Geschichte. Mit beiden Titeln hatte ich allerdings das Gefühl, dass wir mit den Kämpfen es dem Spieler ein wenig zu leicht gemacht haben. Deswegen haben wir das Klassensystem in Dragon QUest VI wiederbelebt, was die Spieler dazu bringt, etwas genauer über das Training ihrer Charaktere nachzudenken. Das hat den Kampf auf jeden Fall reizvoller und aufregender gemacht. Welches dieser drei Dragon Quest Spiele ist ihr Favorit? Und warum? Horii: Definitiv Dragon Quest V! Es ist die Kombination der epischen Geschichte, die drei Generationen umspannt und der großen Entscheidung, die wir dem Spieler überlassen. Ich bin sicher, dass wir beide Dinge erfolgreich in das Spiel brachten. Glauben Sie, die Zenithia Trilogie kann mit modernen Rollenspielen Schritt halten? Horii: Es gibt immer den Konflikt zwischen Gut und Böse. Wir das oft genug in der Vergangenheit gesehen. Dinge beginnen normalerweise in einem kleinen, ruhigen Dorf. Dann passiert etwas böses, und der junge Held wird in den Kampf geworfen. Das Böse beginnt sich auszubreiten und droht bald die Erde zu vernichten. Der Held bereist Land und See, und sogar den Himmel! Er wird von vielen unterschiedlichen Leuten unterstützt und beginnt, ein Mann zu werden. In dieser Trilogie ist der Zenithiadrache das mächtigste Wesen, allerdings hilft er der Menscheit nicht von Beginn an. Die Geschichte ist voll mit einer Menge an unterschiedlichen Leuten: Unbeholfenen Dorfbewohnern, trotzigen Leuten, die die kämpfen, die die beten. Das kann man nicht bestreiten. Manche Leute müssen sich rauen, fast unbewältigbaren Herausforderungen stellen. Und Kämpfe sind nicht immer der einzige Ausweg. Ich möchte, das Spieler sich fühlen, als ob sie es erfolgreich durch eine Nervenprobe wie diese geschafft haben. Auch wenn Spiele heutzutage realistischer sind, denke ich dass es eine Menge Leute gibt, die Fantasy wie Harry Potter oder die Chroniken von Narnia verehren. Der Anreiz von Dragon Quest ist es, dass die Spieler in so eine Welt eintauchen können und ihr der Hauptcharakter ihrer ganz eigenen Geschichte sind. Wir müssen das fragen... können Sie den Ursprung des "Oh La La" (engl. "puff puff") Witzes erklären Horii: Der Witz kommt ursprünglich von einem Akira Toriyama Comic. Auf Japanisch kann man es sich ungefähr als eine Mischung aus dem Geräusch, das Frauen machen, wenn sie ihr Make-Up auftragen und dem Geräusch einer Massage vorstellen. Wobei ein Großteil der Vorstellungskraft des Spielers übrig gelassen wird. Was "puff puff" für mich bedeutet ist allerdings streng geheim. Meine Lippen sind versiegelt. Viele haben sich beschwert, dass es zuviel Zeit benötigt, die Party hochzuleveln. Denken Sie, es gibt einen richtigen und einen falschen Weg, wie Dragon Quest Spiele gespielt werden können? Horii: Ich denke, da gibt es keine richtigen oder falschen Weg, aber wenn man Held werden will, sollte man nichts übereilen, oder? Wer mehr Zeit damit verbgint, die Dungeons zu erforschen und die Neugier zu stillen, der ist genug Kämpfen ausgesetzt um ausreichend hochzuleveln. Man sollte nichts exzessiv machen. Wenn man darüber nachdenkt, gibt es eine Menge Möglichkeiten: Man kann einen mächtigen Gegner bei einer niedrigen Stufe gegenüberstehen, oder aber man sammelt das beste Equipment und lernt bessere Sprüche, bevor man in den Kampf zieht. Wie hoffen Sie, dass die Remakes das US Publikum für zukünftige Dragon Quest Titel beeinflussen? Horii: Auch wenn es ein paar Hardcore Spiele am Markt gibt, die Dragon Quest IV und Dragon Quest V Remakes sind viel kompakter und sprechen ein breiteres Publikum an. Diese Titel geben dem Spieler eine Chance in die Welt von Dragon Quest zu tauchen und dessen Charm zu erleben. Auch hoffe ich, dass die Spieler dadurch Interesse für die kommenden Titel bekommen. Das Original-Interview findet ihr bei RPGamer.